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Snowface Norado schreiben Songs über alltägliche Situationen, absurde Details, fragwürdige TV-Serien und Widersprüche, die ansonsten unbeachtet geblieben wären. Die Texte sind direkt, roh, ironisch und lassen auf den ersten Blick einen Mangel an Empathie vermuten. Musikalisch arbeiten sie mit reduzierten Beats, Bass und rohen elektronischen Elementen. Im Studio beschränkt sich Snowface Norado dabei nicht auf ein fixes Setup, sondern erfährt hin und wieder Unterstützung durch Live-Musiker:innen an Trompeten und weiteren Instrumenten. Live entwickelt das Duo mit Gesang und Bass ein Spektakel, an das man sich erst einmal gewöhnen muss.
Mark Anderton (Yorkshire, England) und Michael Manhart (Freising) machen seit über 30 Jahren Musik – gemeinsam in den Indie-Bands rescue Annie und Der König und sein Offizier und in verschiedenen eigenen Projekten. Mark spielt mit seiner Band The Anderton Experience und unterstützte als Gitarrist Bands wie Galaxy Transport oder Simeon Soul Charger. Insgesamt blicken sie auf über 200 Live-Auftritte in unterschiedlichsten Konstellationen zurück. Beide sind über 50 und gehen einem mehr oder weniger geregelten Leben nach.
Snowface Norado ist kein Comeback und keine aufgewärmte Suppe früherer Ideen, sondern etwas, bei dem man sich manchmal selbst nicht sicher ist, was es eigentlich sein soll. Songs entstehen zwanglos und ohne den Versuch, Erwartungen zu erfüllen, weil es ohnehin keine gibt. Live verstehen sie Auftritte nicht als Selbstbeschäftigung, sondern als freundlich-provokantes Unterhaltungsangebot an ihr Publikum. Zwischen Musik und trockener Kommunikation entsteht ein Set, das aufmerksam bleibt und trotzdem den ein oder anderen verwundert zurück lässt.